Direkt zum Inhalt
Ihre Spende hilft!

Graf Recke Stiftung
KD-Bank eG Dortmund
IBAN DE44 1006 1006 0022 1822 18
BIC GENODED1KDB

Stichwort: Ahorn-Karree 2020

 

Jetzt spenden

Gut geschult zum Paradigmenwechsel im Dorotheenviertel Hilden

Drei Jahre Arbeit am Konzept, in Projektgruppen, Arbeitskreisen und Qualitätszirkeln – und mit diesen Arbeitsergebnissen ging es jetzt in die ersten Schulungen: Die Mitarbeitenden der gerontopsychiatrischen Einrichtung Haus Ahorn werden auf ihre Aufgaben als Präsenzkräfte in den künftigen Hausgemeinschaften für Menschen mit schwerer Demenz vorbereitet. Denn im Dorotheenviertel Hilden entsteht zurzeit ganz viel Neues: das Ahorn-Karree. Das Konzept dazu erklärt Marek Leczycki, Qualitätsbeauftragter der Graf Recke Wohnen & Pflege.

Im Dorotheenviertel Hilden steht ein Paradigmenwechsel an – für die Bewohner wie auch für die Mitarbeitenden: Das Haus Ahorn als klassische stationäre Einrichtung mit Wohnbereichen mit 40 Bewohnern auf einem Flur wird zwischen 2020 und 2022 komplett ersetzt durch einzelne, vorwiegend eingeschossige Hausgemeinschaften, in denen nur noch zwölf Bewohner sich einen Gemeinschaftsbereich teilen und sie Privatsphäre in ihren Einzelzimmern finden. Statt auf vielen Etagen leben sie in ein- oder höchstens zweigeschossigen Häusern mit kurzen Wegen in den großzügigen Garten.

Die Arbeit unserer Mitarbeitenden verändert sich dadurch signifikant, und das ist auch so gewollt. Das Konzept der Präsenzkräfte stellt die Pflege – die natürlich weiterhin erfolgen muss – nicht mehr in den Mittelpunkt des Handelns. Der individuelle Tagesablauf der Bewohner orientiert sich nicht mehr an den Anforderungen der Pflege, sondern an den Bedürfnissen und Vorlieben der begleiteten Senioren.

In der Schulungsreihe für Präsenzkräfte von April bis Mai wurden allen Mitarbeitenden, ob aus der Pflege, Verwaltung oder Küche, die Inhalte des neuen Konzepts vorgestellt. Dabei ging es um die Organisation einer Hausgemeinschaft oder Workshops zum Thema Lebensstile, denn die Begleitung und Pflege der Senioren orientiert sich künftig stark an den Milieus, aus denen diese stammen, und die jeweiligen Hausgemeinschaften werden in ihrer Ausstattung danach ausgerichtet. Dazu wurden in einem Workshop die vier Lebensstile vorgestellt, die im Dorotheenviertel umgesetzt werden, und in einer Kreativübung wurde mittels Collagen ein »Gefühl« für diese Lebensstile vermittelt.

Als Autor des Konzepts führte ich die Teilnehmenden in einem Tagesseminar in die Organisationsstrukturen einer Hausgemeinschaft ein. Es ging um die zentralen Kennzeichen einer Hausgemeinschaft, das Prinzip »wohnen wie gewohnt« oder »Alltagsnormalität im Wohngemeinschaftsprinzip«. Das Ziel der Schulung ist die bestmögliche Transparenz gegenüber den Mitarbeitenden. Sie sollen mitgenommen werden auf die »Reise«. Denn mit den Mitarbeitenden steht und fällt die Umsetzung des Konzepts in die Praxis.

Eine ausführlichere Version dieses Textes finden Sie in der recke:in 2/2019.