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Richtfest im Dorotheenviertel Hilden: Meilenstein und Maßstab im Umgang mit Demenz

|   Ahorn-Karree

Hilden, 20.9.2019 – Richtfest im Dorotheenviertel Hilden der Graf Recke Stiftung: Die Vision eines bundesweit einmaligen Wohn- und Lebenskonzepts für Menschen mit schwerer Demenz wird nun im Ahorn-Karree Wirklichkeit. Beim Richtfest war die große Vorfreude auf das Neue spürbar. Am Ende des ersten Bauabschnitts im Frühjahr 2020 können die ersten Bewohner einziehen.

„Im September vor einem Jahr standen wir hier noch vor einem leeren Baufeld und machten den ersten Spatenstich“, sagte Günter Scheib, stellvertretender Präses des Aufsichtsrats und Kuratoriums der Graf Recke Stiftung in seiner Begrüßungsrede vor weit über hundert Gästen. „Seither ist viel passiert: Die ersten beiden Ersatzneubauten sind entstanden. Von Tag zu Tag wird konkreter, was vor zwölf Monaten noch Planung und Entwurf war. Ich selbst kenne das Dorotheenviertel Hilden seit mehr als 20 Jahren. In meiner Zeit als Hildener Bürgermeister habe ich Anteil genommen an den Entwicklungen. Und heute bin ich glücklich, als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates dieses besondere Viertel mitentwickeln zu können.“

„Wir sind überzeugt, dass unser Leuchtturmprojekt bundesweit für Aufsehen sorgen wird“, so Günter Scheib, der auch Vorsitzender des Fördervereins Dorotheenheim e.V.ist, weiter. „Wir hoffen, dass Kommunen, Kostenträger, andere Träger der Altenhilfe und viele Betroffene sagen werden: So geht das! So soll es auch bei uns sein. Wir hoffen, dass viele unserem Beispiel folgen werden und unsere Initiative für einen neuen Umgang mit Demenz dazu führt, dass es künftig mehr solcher Häuser und Wohnquartiere für Menschen mit Demenz gibt, die Menschenwürde, Teilhabe und Inklusion, Förderung und Begleitung an die erste Stelle setzen.“

Schirmherrin des Projekts ist Hildens Bürgermeisterin Birgit Alkenings, die auch den künftigen Namen des Wohn- und Lebensbereiches für Menschen mit schwerer Demenz feierlich enthüllte: Ahorn-Karree. Birgit Alkenings würdigte die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Stadt und das Wirken der Mitarbeitenden im Dorotheenviertel: „Dass mir die Schirmherrschaft angetragen wurde zeigt, wie gut die Zusammenarbeit ist. Wir freuen uns, die Graf Recke Stiftung hier als großen kompetenten Träger zu haben. Ich komme immer wieder gern hierher, die Mitarbeitenden gehen unglaublich respektvoll mit den Bewohnern um. Ich bin froh und stolz, dass diese Einrichtung hier in Hilden ist.“

Petra Skodzig, Finanzvorstand der Graf Recke Stiftung, erinnerte an die Anfänge des Projektes: „Der heutige Tag ist für mich persönlich ein ganz besonderer. Nachdem wir zusammen mit meinem damaligen Vorstandskollegen, dem heutigen Diakoniepräsidenten Pfarrer Ulrich Lilie, über einige Jahre zahlreiche gesetzliche und auch politische Hürden umschiffen und so manchen Gordischen Knoten lösen mussten, wird die gemeinsame Vision nun Wirklichkeit. Die Bagger rollen weiter – bis zur Vollendung des ersten Bauabschnitts im Frühjahr 2020 und dann zum Abschluss des zweiten Abschnitts Ende 2021.“ Petra Skodzig betonte noch einmal, dass es für die vollumfängliche Umsetzung des Projekts noch der weiteren Unterstützung durch Spenden bedarf: „Wir investieren 19 Millionen Euro in unsere Vision und sehen heute schon, dass sie beginnt, Wirklichkeit zu werden. Um unser Leuchtturmprojekt vollumfänglich umsetzen zu können brauchen wir auch für unser Ahorn-Karree engagierte Mitstreiter und Unterstützer.“

Joachim Köhn, Leiter der Graf Recke Wohnen & Pflege, zu der auch das Ahorn-Karree gehört, erläuterte die fachliche Bedeutung des Projekts: „Wir bauen hier an der Seele dieses neuen Hauses. Wir wollen, dass unsere Bewohner sich hier an ihr zu Hause erinnern. Deshalb nehmen wir auf die unterschiedlichen Lebensstile der Bewohner Rücksicht und werden dafür die Gemeinschaften nach vier unterschiedlichen Lebensstilen einrichten.“ Weiter sagte Joachim Köhn: „Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Bewohner nicht mehr in Wohnbereichen mit bis zu 40 Menschen zusammenwohnen, sondern in Hausgemeinschaften mit nur noch bis zu zwölf Personen. Wir rücken nicht mehr die Pflege in den Vordergrund, sondern wir wollen, dass die Menschen bei uns so normal wie möglich wohnen und so, wie sie es gewohnt sind. Deshalb wird in jeder Hausgemeinschaft eine Präsenzkraft für unsere Bewohner ansprechbar sein. Dieser Mitarbeitende braucht Fähigkeiten aus den Berufen Hauswirtschaft, soziale Betreuung und Pflege. Und weil wir unsere Kolleginnen und Kollegen nicht unvorbereitet in die neue Situation schicken, haben wir selbst eine Ausbildung zur Präsenzkraft entwickelt und die ersten Ausbildungsgänge schon abgeschlossen.“

Der Architekt des Ahorn-Karrees, Joachim Eble, verwies in seinem Grußwort auf das Vorbild des Projekts, das niederländische „Demenzdorf“ de Hogeweyk: „Wir haben einiges übernommen, wie das Lebensstilkonzept, aber auch vieles neu entwickelt. Dies ist ein innovatives Leuchtturmprojekt in der Pflegelandschaft, eine große Einrichtung für Menschen mit Demenz, ohne dass das im Alltag spürbar wird.“ Der Architekt würdigte die Holzbauweise und Energieeffizienz wie auch das Zusammenspiel von Gebäuden und Natur: „Ich habe selten eine Baustelle mit solchen Qualitätsmerkmalen erlebt“, so Joachim Eble. „Deshalb ist es auch ein Tag der Bauleute: Macht weiter so, bitte!“ Und so konnte Zimmermann Toni Schlegel anschließend in seinem Richtspruch mit Überzeugung sagen: „Wir betrachten diesen Bau mit Stolz und freuen uns mit all seinen Gewerken.“

Im Segensspruch mit Pfarrer Dietmar Redeker, Seelsorger der Graf Recke Stiftung, formulierte der Theologische Vorstand der Stiftung, Markus Eisele, den Geist, den das Projekt Ahorn-Karree seit Jahren antreibt und das nun seiner Verwirklichung einen weiteren großen Schritt nähergekommen ist: „Die Würde endet nicht mit Demenz, und Lebensqualität sollten wir dem Leben bis zuletzt abtrotzen.“

Pressebilder in hoher Auflösung finden Sie zur Ihrer Verwendung unter
www.graf-recke-stiftung.de/presse/download/bilder/

Weitere Infos:

Die Website zum Projekt:
www.ahorn-karree.de

Die aktuelle Ausgabe unseres Unternehmensmagazins zum Thema:
www.graf-recke-stiftung.de/reckein

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